10.08.2026
„Wir brauchen gute Vorbilder und ein offenes Mindset im Ehrenamt“
Korinna Bennecker ist Maßschneidermeisterin aus Frankfurt und engagiert sich ehrenamtlich für ihr Gewerk und den Nachwuchs
Korinna Bennecker ist Maßschneidermeisterin und führt seit fünf Jahren ein Atelier für handgefertigte Herrenbekleidung in Frankfurt-Bornheim. Die 37-Jährige engagiert sich für den Nachwuchs im Maßschneiderhandwerk, ist Mitglied im Vorstand der Handwerkskammer Frankfurt-Rhein-Main und aktuell eine der Patinnen des Frankfurter Jahr des Engagements.
Vom Kreativ-Wettbewerb zum Ehrenamt
Ihr Einstieg ins Ehrenamt begann 2017. Bei ihrem Lehrmeister Herrn Thießen erlebte sie, wie er sich für die Auszubildenden engagierte und den Kreativ-Wettbewerb der Maßschneider-Innung Rhein-Main organisierte. Bennecker stieg daraufhin selbst in die Organisation ein. Als Auszubildende hatte sie bereits am Wettbewerb teilgenommen und die Möglichkeit geschätzt, sich kreativ auszuleben.
Gemeinsam für den Nachwuchs
Die Organisation des Wettbewerbs beginnt direkt nach der großen Modenschau. Stoffe werden ausgewählt, Sponsoren gesucht und der Wettbewerb an den sechs Berufsschulen der Region vorgestellt. Dazu kommen Online-Anmeldungen, Website, Jury, Urkunden und die Organisation der Modenschau – von der Musikauswahl bis zum Catering.
Besonders wichtig ist Bennecker dabei die Nachwuchsförderung. Nicht jeder könne im Ausbildungsbetrieb das lernen oder umsetzen, was er sich wünsche. Der Wettbewerb biete die Möglichkeit, sich abseits der Ausbildung kreativ mit einer Aufgabe auseinanderzusetzen, sich zu fordern und Selbstwirksamkeit zu erleben. „Jedes Jahr bin ich total begeistert, was die jungen Menschen auf die Beine stellen und wie sie aufblühen.“
Auch auf Kammerebene engagiert
Auch im Vorstand der Handwerkskammer möchte Bennecker etwas bewegen. Als Handwerkerin aus Leidenschaft könne sie sich auf Kammerebene insbesondere für kleinere Gewerke einsetzen, die ebenfalls eine Stimme brauchen.
Was modernes Ehrenamt braucht
Für ein modernes Ehrenamt braucht es aus ihrer Sicht gute Vorbilder und Offenheit in den Gremien. Die ältere Generation müsse den jungen Menschen zuhören und ihrer Stimme Gewicht geben. Gleichzeitig müssten auch die Jüngeren den Älteren zuhören. „Wir brauchen das Beste aus allen Perspektiven“ – und die Möglichkeit, sich aktiv einzubringen. Bei dem Satz „Das haben wir schon immer so gemacht“ sei sie raus.